Das Ende eines (fast besonderen) Autobusses (Wagen 2396, Büssing DE 71)

Liebe Leserinnen und Leser,

was ist an diesem Büssing DE Doppeldecker mit der ehemaligen BVG-Nummer 2396 so fast besonders? Ganz einfach: Es war der zweite Wagen des Typs DE, der mit einer Ganzreklame – Popwerbung im Juli 1972 versehen wurde. Vor ihm lag nur sein „Bruder“ 2395 mit Gillette.

Der Bilderreigen, den Sie hier sehen, zeigt Ihnen den Werdegang dieses Autobusses: Zuerst die beeindruckende Werbung für „Der Abend“, dann nach der Generalreparatur im Sommer 1978 der Abstieg zur Massenwerbung für das Möbelhaus Anderle. Fotos aus der Zeit nach seinem Verkauf 1985 und sein „Leben“ bei diversen Unternehmen sehen Sie hier nicht, da dies eine ziemliche Bilderflut ausgelöst hätte. Spannend und teils spektakulär sind die Aufnahmen zur Verschrottung des Wagens durch uns. Bei vielen Dingen, die wir aufheben, fragen wir uns: Brauchen wir das wirklich? Aber bei einigen technischen Ersatzteilen sind wir froh, diese bei 2396 in gutem Zustand gefunden zu haben. Denn ein halbes Jahr vor der Abstellung des Busses durch die BVG wurde die gesamte Bremsanlage komplett überholt. Und diese Teile sind für uns sehr wichtig, da wir sie ansonsten nur durch Nachfertigung erhalten können. Und das wird teuer!

Eines können wir mit Gewissheit sagen: Niemand zerlegt einen Bus so gründlich wie wir. Sämtliche Materialien werden lupenrein getrennt und dem Rohstoffkreislauf zugeführt. Vielleicht erledigen solche Arbeiten auf industriell eingerichteten Schrottplätzen Maschinen in ausgeklügelten Verfahren. Bei uns sind es Menschen mit dem Bewusstsein, ein Maximum an Ressourcen eines solchen Schrotthaufens zu nutzen. Der nächste Bus ist bereits in Arbeit...

Text: Stefan Freytag

zuletzt aktualisiert 29.1.19