Solaris GN 05 (Urbino 18 III)
(Gelenkbus in Niederflurbauweise, Baujahr 2005)

Im Jahr 2004 sah sich die BVG gezwungen, aufgrund auslaufender Leasingverträge ihre Busflotte im großen Umfang zu erneuern. Die Gelenkbus-Tranche der Ausschreibung konnte der polnische Hersteller Solaris für sich entscheiden. Diese Fahrzeuge sollten in den Jahren 2005 bis 2009 den Fuhrpark der BVG verjüngen. Die Auslieferung dieser Neufahrzeuge war zunächst wie folgt geplant:

2005: 131 Fahrzeuge (dritte Generation), Wagennummern 4101 - 4231

2006: 71 Fahrzeuge (dritte Generation), tatsächlich geliefert in 2007: 4251 - 4316 (66 Fahrzeuge)  

2007: 61 Fahrzeuge (dritte Generation), tatsächlich geliefert in 2008: 4331 - 4377 (46 Fahrzeuge) und geliefert in 2009: 4378 - 4417 (40 Fahrzeuge)

Kein Wunder, dass angesichts von insgesamt 263 neuen Solaris-Fahrzeugen - 284 sind es schließlich geworden - für das größte deutsche Nahverkehrsunternehmen der Geschäftsführer des noch jungen polnischen Betriebes anlässlich der Übergabe der ersten Fahrzeuge des Lieferloses 2005 von einem Meilenstein für die Unternehmensgeschichte des Familienbetriebes sprach.

Im Mai 2005 begann die Auslieferung des ersten Loses an die BVG, die mit der Indienststellung des Wagens 4231 Ende Oktober 2005 abgeschlossen worden ist.

Zur Auslieferung kamen nun dreitürige Gelenkomnibusse der dritten Generation des Urbino, die sich optisch erheblich von der Vorserie unterschieden. Die Ausstattung des 2005er Lieferloses entspricht dem gewohnten hohen BVG-Standard. Dazu gehören unter anderem die Klapprampen an der ersten und zweiten Tür, Klimaanlagen (Wagen 4101 - 4192: Konvekta, Wagen 4193 - 4231 Webasto), Videoüberwachungsanlagen mit vier Kameras und Lawo-Flüssigkristallanzeigen. Die ausgelieferten Omnibusse sind mit einem MAN-Motor ausgestattet, welcher die Abgasnorm EURO III erfüllt, und verfügen zusätzlich über einen CRT-Filter zur Reduzierung der Feinstaubbelastung. Während die Wagen 4201, 4228 - 4231 mit einem ZF-Ecomat-2-plus Getriebe ausgestattet wurden, verfügen die restlichen Wagen der Serie über Voith-Getriebe der Bauart D 864.3E.

Bei Indienststellung wurden die Fahrzeuge den Betriebshöfen Britz (4101 - 4109, 4111 - 4118), Indira-Gandhi-Straße (4110, 4119 - 4178), Lichtenberg (4179 - 4220) und Cicerostraße (4221 - 4231) zugewiesen. Aufgrund sich häufender Übergriffe auf das Fahrpersonal wurden die Wagen 4104 und 4110 werkseitig mit einer teilverglasten Fahrerkabine ausgestattet, mit der die restlichen Fahrzeuge dieser Bauart ab Januar 2006 nachgerüstet worden sind.

Während die Wagen 4215 - 4224 mit Schwenkschiebetüren der Firma Hübner versehen worden sind, verfügt der Rest der Fahrzeugserie über Schwenkschiebetüren der Firma Ventura.

Im April 2006 ist der Wagen 4140 versuchsweise mit einflügligen Schwenkschiebetüren der Firma Ventura ausgestattet worden.

Mit Umstellung der Flughafenlinie TXL, die den Flughafen Tegel mit dem Hauptbahnhof und dem östlichen Stadtzentrum verbindet, von 15-Meter-Bussen auf Gelenkbus-Einsatz im Juli 2007 wurden die Wagen 4150 - 4160 dafür ausgewählt, zukünftig als so genannte Flughafenbusse überwiegend auf dieser Linie eingesetzt zu werden. Dafür wurde bei diesen Fahrzeugen im Nachläufer eine Sitzbank gegenüber der Ausstiegtür entfernt, um so zusätzlichen Stauraum für Gepäckstücke zu schaffen. Ein Einbau von Gepäckablagen wie bei den Wagen 1530 - 1535, 1557, 1558, 1560 - 1570, 1579 (MAN NL 313) und 1766 - 1770 (MB O 530 L) erfolgte bei diesen Bussen hingegen nicht.

Als erstes Fahrzeug dieser Serie schied im Februar 2015 der Wagen 4165 aus dem BVG-Bestand aus. Der Bus war zuvor im Oktober 2014 in Folge eines Motorbrands schwer beschädigt worden.

Text: inhaltlich der Presseerklärung der BVG anlässlich der Übergabe des 130. Solaris-Gelenkbusses im November 2005 entnommen, die von Christian Neuhaus um einige wissenswerte Details ergänzt und insgesamt etwas aufgepeppt worden ist.


Stand: August 2015