Wagen 1749

Wagen 1749, MAN SD 200
Am Walther-Schreiber-Platz gelang Stefan Freytag am 21. März 1983 dieses Foto, das 1749 mit seiner ersten Werbung dokumentiert.
Wagen 1749, MAN SD 200
Zwei Jahre später präsentierte sich der Bus am 11. Mai 1985 in der Waldstraße in Moabit mit derselben Reklame.
Wagen 1749, MAN SD 200
Am 20. Dezember 1992 war 1749 bereits auf dem Betriebshof Spandau beheimatet.
Wagen 1749, MAN SD 200
Die Bandwerbung sah nach fünf Jahren bereits arg gealtert aus.
Wagen 1749, MAN SD 200
Am 26. März 1995 fühlten einige ATB-Mitglieder unter anderem 1749 auf den Zahn, um den am besten erhaltenen O&K-Wagen zu finden.
Wagen 1749, MAN SD 200
Zu einer Probefahrt wurde der Kandidat mit Überführungskennzeichen versehen und wurde damit vor der Halle des Betriebshofs Indira-Gandhi-Straße abgelichtet.
Wagen 1749, MAN SD 200
Endlich konnte 1749 am 16. Juni 1995 aus der Hauptwerkstatt Omnibus in der Uferstraße abgeholt werden.
Wagen 1749, MAN SD 200
Zum 10. Geburtstag der ATB gab es eine Fahrzeugausstellung am Bahnhof Olympiastadion, wo die S-Bahn Berlin zeitgleich ihr 75jähriges Jubiläum feierte. Noch ohne Zulassung als KOM trug 1749 sein altes BVG-Kennzeichen.
Wagen 1749, MAN SD 200
Die Sanierung des Busses ging nach dem wagenbaulichen Teil mit technischen Arbeiten weiter. Im Frühjahr 2011 erhielt der Wagen eine neue Vorderachse.

MAN SD 80

Der Wagen 1749 wurde am 1. Oktober 1980 zugelassen und als einer von zehn Neufahrzeugen (1746 - 1755) dem Betriebshof Zehlendorf zugeteilt. Vom Februar 1981 bis Mai 1986 war der Bus mit einer Bandwerbung für das Getränk »Herva mit Mosel« versehen. Die fällige Großreparatur an 1749 wurde am 6. August 1987 beendet, in deren Rahmen der Bus die seit September 1986 angebrachte Bandwerbung für das Möbelhaus »Möbel-Hübner« verlor. Nach erfolgter Großreparatur (GR) wurde der Wagen im September 1987 wieder mit einer Bandwerbung für »Möbel-Hübner« versehen, die er bis zuletzt trug. Vom Betriebshof Zehlendorf wurde der Bus bis zum Herbst 1991 eingesetzt und wurde erst zu diesem Zeitpunkt zusammen mit den Wagen 1750 - 1754 im Rahmen eines Fahrplanwechsels zum Betriebshof Spandau umgesetzt. Als dieser Betriebshof ebenfalls im Rahmen einer Fahrplanänderung im Herbst des Folgejahres eine große Anzahl neuerer Fahrzeuge zugeteilt bekam, fand 1749 als einziger der zehn »Zehlendorfer« Wagen zu seinem Ursprungsbetriebshof zurück. Nach weiteren zwei Einsatzjahren vom Betriebshof Zehlendorf aus wurde 1749 aufgrund eines Fahrzeugüberhangs am 19. Oktober 1994 - also nach fast genau 14 Einsatzjahren - abgestellt.

Bei der Entscheidung, einen SD 80 direkt von der BVG in unseren Bestand zu übernehmen, konnten wir erstmals zwischen mehreren Fahrzeugen auswählen, da gerade einige Vertreter der Serie bei der BVG ausgeschieden waren. Nach eingehender technischer Begutachtung wies 1749 im Vergleich zu den ebenfalls von Orenstein & Koppel aufgebauten Wagen 1759 und 1761 den besten technischen Zustand auf, so dass wir ihn im März 1995 bei der BVG für uns reservieren ließen. Übrigens gelangte die Hauptwerkstatt der BVG bei der Begutachtung aus dem Bestand ausgeschiedener Fahrzeuge offenbar zum gleichen Ergebnis und holte den Bus kurzerhand zwecks Umbaus in einen oben offenen Stadtrundfahrtbus ab. Quasi in letzter Minute konnte 1749 dann im Juni 1995 mit offizieller Genehmigung durch die BVG vom Gelände der eigenen Hauptwerkstatt abgeholt werden. Leider zogen sich trotz dieser »Sicherungsmaßnahme« die Kaufverhandlungen weiter in die Länge, so dass 1749 erst am 4. Dezember 1996 in das Eigentum der Traditionsbus Berlin übergehen konnte.

Nicht zuletzt der gute Fahrzeugzustand rechtfertigte die Aufbewahrung dieses Busses als Museumsfahrzeug, auch repräsentiert dieser Wagen die letzte durch Orenstein & Koppel für die BVG gefertigte Doppeldeckergeneration. Mit der Fahrgestellnummer WMA 196 0541 0541 steht dieser Bus auch bei insgesamt 966 jemals gefertigten Bussen der Bauart SD 200 für ein Fahrzeug der mittleren Generation dieses Bustyps.

Ab dem 8. Januar 2002 war 1749 als Kraftomnibus mit dem Kennzeichen B-PU 1749 zugelassen und war unter unseren SD das Arbeitspferd, das viele Mietfahrten und auch in Vertretung für die DE den Dienst auf der Linie 218 bewältigt hat. Nach sieben Jahren als lebender und arbeitender Museumsbus hatte sich 1749 eine gründliche Aufarbeitung redlich verdient und wurde daher Ende November 2009 zur Firma OMSA nach Güstrow überführt. Dort wurden wagenbauliche Arbeiten durchgeführt, bevor der Bus wieder in den Zustand vor der Großreparatur gebracht worden ist.

Zu den Details, die bei der Ablieferung für die Wagen typisch waren und die 1749 nun zurückerhalten hat, zählen folgende Details:

  • Aussparungen für Nebelscheinwerfer, die es bei der BVG nie gegeben hat
  • Änderung der Beblechungsaufteilung
  • Ausbau der Ibissteuerung für den Entwerter
  • Einbau eines Klüssendorf-Entwerters der ersten Generation, der jetzt wieder "kling" macht
  • Änderungen am Amaturenbrett
  • Korrekturen der Fahrzeugbeschriftung
  • Verkleidung der Seitenwände im Innenraum mit Hornitex-Platten
  • Einklebung schwarzer Kantenschutzleisten für den Fußboden im Unterdeck
  • veränderter Farbton für die Sitzgestelle usw.
  • summasummarum ca. 40.000 € ohne unsere Eigenleistung.
  • Technische Arbeiten umfassten unter anderem die Erneuerung von Motor, Getriebe und Vorderachse. Im Mai 2013 wurde der Bus wieder zugelassen und steht nun mit dem Kennzeichen B-Z 1749 H für den Einsatz auf der Linie 218 und für Sonderfahrten zur Verfügung.

    Text: Christian Neuhaus, für den das Interesse an BVG-Linienbussen im Jahre 1987 ausgerechnet mit 1749 begann.