MAN E2H 76
(Eindecker mit 2 Achsen und Heckmotor)

Wagen 1215 - 1230, 1371 - 1380

Es liegt ein Aufsatz zu einem MAN E2H 75 vor: 1376

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Auch im Jahr 1976 setzte die BVG die kontinuierliche Erneuerung des Eindecker-Fahrzeugparks durch die Beschaffung weiterer Fahrzeuge vom Typ DB O305 (1205 – 1214) und MAN SL 200 (1215 – 1230 und 1371 – 1380) fort.

 

Von diesen insgesamt 26 MAN-Eindeck-Fahrzeugen des Baujahres 1976 gelangten jedoch nur 16 (Wagen 1215 – 1230) in den regulären Liniendienst. Die restlichen zehn Busse (Wagen 1371 – 1380) waren zum ausschließlichen Einsatz für die BVG-eigene Fahrschule bestimmt.

 

Diese – auch der Fahrgestellnummer nach erst nach 1215 – 1230 gefertigten Fahrzeuge – verfügten zwar über eine komplette Bestuhlung des Fahrgastraumes, waren aber mit einem fest eingebauten Fahrlehrersitz im Einstiegbereich und einem mechanischen Viergangschaltgetriebe von ZF versehen. Mit dieser Ausstattung war ein Einsatz im regulären Linienbetrieb fast nicht möglich, zumal auch nicht jeder BVG-Busfahrer die Berechtigung besaß, einen Bus mit Schaltgetriebe fahren zu dürfen.

Alle zehn Neuwagen ersetzten die letzten bis dato noch in Betrieb befindlichen Fahrschulwagen mit Schaltgetriebe, die D2U-55-Wagen 1102, 1105, 1109 und 1112.

 

1215 bis 1230 wurden Mitte März 1976 amtlich zugelassen und dem Betriebshof Lichterfelde zugewiesen. Abgesehen von 1230, der ab Mitte 1980 zum Betriebshof Helmholtzstraße, danach zum Betriebshof Müllerstraße und schließlich wieder zur Helmholtzstraße zurück gelangte, blieben alle Fahrzeuge dieser Serie bis zu ihrer Ausmusterung dem Betriebshof Lichterfelde treu.

 

Wagen 1371 – 1380, deren Indienststellung im Juli bzw. August 1976 erfolgte, waren zeitlebens dem Betriebshof Müllerstraße zugewiesen. Wagen 1380 wurde im April 1980 wegen eines Kennzeichenverlusts in 1389 umgezeichnet.

 

Der erste Abgang eines MAN E2H 76 betraf den Wagen 1226, der im März 1983 in Folge eines Motorbrands aus dem BVG-Bestand ausschied. Die verbliebenen Linienwagen dieser Serie kamen ab Ende März bzw. Ende April 1984 nicht mehr in den Einsatz.

 

Nach ihrer Ausmusterung wurde ein Teil der Busse nach Tunesien verkauft, weitere Wagen fanden bei verschiedenen Busunternehmen im Bundesgebiet eine neue Heimat. Lediglich der Wagen 1227 verblieb noch eine Zeitlang in Berlin und kam nach entsprechendem Umbau unter der neuen Zulassung B-DW 447 als Blutspendebus des DRK zum Einsatz.

 

Die wesentlich weniger stark als die Linienwagen beanspruchten Fahrschulbusse 1371 – 1379 und 1389 verblieben noch bis Ende 1988 bei der BVG und wurden dann von den Wagen 2016 – 2025 abgelöst.

 

Im Januar 1986 ist anlässlich sich häufender SMOG-bedingter Fahrverbote für PKW und zur Deckung des daraus resultierenden erhöhten Wagenbedarfs mindestens bei den Wagen 1371 und 1374 der Fahrlehrersitz entfernt worden, womit diese Wagen vereinzelt auch im Liniendienst anzutreffen waren. Nach der Ausmusterung sind die zwar verhältnismäßig alten, aber aufgrund ihrer fast ausschließlichen  Sondernutzung noch makellos gepflegten Busse an Unternehmen im Bundesgebiet abgegeben worden.

 

Von einem dieser Unternehmen ist der Wagen 1376 im Jahr 2000 erworben worden und zur Aufbewahrung als historischer Bus in die ATB-Fahrzeugsammlung eingegliedert worden.

 

Quelle: eigene Aufzeichnungen sowie Berliner Verkehrsblätter #416, 36. Jahrgang, Nummer 3, Seiten 47 ff

 

 

Text: C. Neuhaus

Stand: November 2010

 

 

 

MAN E2H 76 (SL 200)

Auch im Jahr 1976 wurden BVG-Busse auf der Deutschen Industrie-Ausstellung gezeigt, und 1230 hält die Fahne für die Eindecker hoch.

Foto: B. Hoff, Bearbeitung A. Spors

MAN E2H 76 (SL 200)

Ein halbes Jahr Betriebseinsatz lag bereits hinter 1230, als die Aufnahme am 17. September 1976 entstand.

Foto: B. Hoff, Bearbeitung A. Spors

MAN E2H (SL 200)

In den Siebzigern fielen erstmal Kühe in den lila Farbtopf, so dass es Anlass gab, beispielsweise auf 1220 dafür zu werben.

Foto: E. Schulz

MAN E2H (SL 200)

 

Wenig Lebensraum hatten lila Kühe auf Bussen in den Siebzigern: die Fenster blieben noch werbefrei, während Türen und Lüftungsgitter ebenso Platz beanspruchen.

Foto: E. Schulz

 

 

zuletzt aktualisiert 9.3.2012 | Ulf Bergmann