MAN E2H 75
(Eindecker mit 2 Achsen und Heckmotor)

Wagen 1231 - 1239, 1240 - 1244

Es liegt ein Aufsatz zu einem MAN E2H 75 vor: 1242

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Konstruktiv und technisch unterschieden sich die im Jahr 1975 in Dienst gestellten Wagen vom Typ MAN E2H 75 (Wagen 1231 – 1244) nicht von denen der Vorgängerserie. Sie waren jedoch in zwei Teillieferungen gegliedert.

 

Zunächst wurden im Mai 1975 die Wagen 1240 – 1244 für den Betriebshof Zehlendorf in Dienst gestellt. Als Besonderheit verfügten diese über eine feuerverzinkte Bodengruppe.

Diesen fünf Bussen folgten mit 1231 – 1239 im September desselben Jahres noch neun weitere Fahrzeuge, die – obwohl nummernmäßig vor 1240 – 1244 gelegen – gemäß ihrer Fahrgestellnummer erst nach 1240 – 1244 gefertigt worden sind.

 

Im Gegensatz zu den fünf anderen Bussen des Baujahres waren 1231 – 1239 bei der Indienststellung mit Gepäcknetzen, Kleiderhaken, Kofferpodest und Sitzbezügen aus Wollplüsch ausgestattet, sollten sie doch auf den am Flughafen Tegel endenden Linien 8 (heute teilweise 128) und 9 (heute 109) zum Einsatz kommen. Die Busse wurden daher den Betriebshöfen Cicerostraße (1238 und 1239), Helmholtzstraße (1231 – 1234) und Müllerstraße (1235 – 1237) zugewiesen, von denen die Flughafenlinien bedient wurden. Bereits wenige Monate später wurde der Einsatz dieser Busse auf der Linie 9 konzentriert; 1235 – 1237 wechselten daher zum Betriebshof Helmholtzstraße.

 

Im Sommer 1978 ist der Wagen 1232 mit einem blauem Schriftzug „Airport – City“ versehen worden. Diese Kennzeichnung sollte es auswärtigen Besuchern erleichtern, die richtige Buslinie in die West-Berliner Innenstadt zu finden. Später wurden noch weitere Busse dieser Serie mit entsprechenden Hinweisen versehen.

 

Der Einsatz der neun Busse auf den den Flughafen Tegel ansteuernden Linien endete mit der Indienststellung der Wagen 1513 – 1532 der Serie E2H 81, die ebenfalls über eine entsprechende Ausstattung für den Einsatz auf den Linien 8 und 9 verfügten. Bei 1231 – 1239 wurden die Kofferpodeste entfernt, womit die Wagen im regulären Liniendienst eingesetzt werden konnten.

 

Aber auch für die fünf Zehlendorfer Wagen 1240 – 1244 fand sich zunächst ein besonderer Einsatzzweck: Seit 1972 verkehrte auch ein Linienbus der BVG grenzüberschreitend in die DDR nach Drewitz. Waren zunächst reguläre Eindecker des normalen Linienbetriebs auf dieser Linie im Einsatz, so verschärften die ostdeutschen Behörden mit der Zeit die Anforderungen an die in die DDR fahrenden BVG-Busse. Neben absoluter Werbefreiheit sollte auch die intensive Grenzkontrolle der Busse effektiv erfolgen können, alle Wartungsklappen mussten daher problemlos zugänglich sein.

Diese Anforderungen erfüllten damals nur Fahrzeuge aus dem Hause MAN, da deren Motor- und Getriebeabdeckung im Fahrgastraum nur mit Schnappverschlüssen lose auflag, während sie bei Bussen aus dem Hause Daimler-Benz mittels Spezialschrauben verschlossen war.

 

So wurden die Wagen 1240 – 1244 auserkoren, speziell auf der damaligen Linie „E“ nach Drewitz zum Einsatz zu kommen. Neben der Werbefreiheit zeichneten diese fünf Busse auch stärkere Fahrzeugbatterien aus, denn ein Liegenbleiben des BVG-Busses im Hoheitsgebiet der DDR musste unbedingt vermieden werden.

 

Die Wagen 1240, 1242, 1243 und 1244 waren bis Sommer 1979 im grenzüberschreitenden Linienverkehr anzutreffen, bis diese durch neuere Busse vom Typ MAN E2H 77 abgelöst wurden. Lediglich Wagen 1241 wurde weiterhin als Reservewagen für die Linie „E“ vorgehalten.

 

Die Ausmusterung der Wagen vom Typ MAN E2H 75 begann im Februar 1984 mit der Abstellung des Wagens 1234. Diesem folgten im März 1984 die Wagen 1233 und 1244. Wiederum einen Monat später wurde der Großteil der verbliebenen Fahrzeuge abgestellt, womit lediglich die Wagen 1240 - 1243 im BVG-Bestand verblieben. Deren Ausmusterung erfolgte dann knapp eineinhalb Jahre später im Oktober 1985.

 

Einige Fahrzeuge dieser Serie sind danach von anderen Busbetrieben übernommen worden. Die „prominentesten“ Beispiele dafür sind die Wagen 1240 und 1241, die noch bis Anfang der Neunzigerjahre als Wagen 17 und Wagen 18 bei der Lübeck-Travemünder-Verkehrsgesellschaft (LVG) verkehrten.

 

Aus der Fahrzeugserie wird der Wagen 1242 als Museumsbus bei der ATB aufbewahrt.

 

 

Quelle: Eigene Aufzeichnungen sowie Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe #386, 33. Jahrgang Nr. 9, Seiten 188 + 189

 

 

Text: C. Neuhaus

Stand: Januar 2011

 

 

 

MAN E2H (SL 200)

Als Flughafenwagen der Linie 9 eingesetzt wirbt 1232 passenderweise für ein Hotel nicht weit weg vom Linienverlauf.

Foto: E. Schulz

MAN E2H (SL 200)

Die sprichwörtlichen Bauklötze durfte der zeitgenössische Betrachter angesichts von 1235 staunen, der für eine Kneipe friesischer Prägung als Werbeträger herhielt.

Foto: E. Schulz

MAN E2H (SL 200)

Im harten Kontrast zu den bunten Artgenossen auf den anderen Fotos kommt mit 1243 einer der Wagen daher, die für den Einsatz auf der Linie E über die Sektorengrenze nach Drewitz werbefrei vorgehalten wurden. Der Wagen sonnt sich auf dem Hof Zehlendorf.

Foto: E. Schulz

 

 

zuletzt aktualisiert 4.1.2011 | Ulf Bergmann