FATB-Info
Ausgabe Februar 2002

Liebe Leser der FATB-Info, liebe Autobusfreunde!

Auf der FATB-Info März 2001 berichteten wir über die Fertigstellung des E2H-Busses 1986 als ATB-Museumsbus. Die ATB hat sich danach noch entschlossen, zur Werterhaltung des Busses weitere vorhandene Mängel am Unterbau ebenfalls beseitigen zu lassen. So wurde 1986 am 22. August 2001 zur Firma Manika nach Güstrow überführt. Nach dem Ausbau der Hinterachse wurden in diesem Bereich Achsverstrebungen und Karosserieprofile erneuert. Diese Vierkant-Hohlprofile sind ab Werk zur Hohlraumkonservierung ausgeschäumt. Im Laufe eines »Buslebens« sammelt sich jedoch Wasser in den Ausschäumungen, welches nicht abfließen kann. So rosten die Profile von innen nach außen durch. Weitere Trägerprofile wurden unter den Türtrittstufen erneuert. Nach einer partiellen Neubeblechung wurde der Bus zum Schluß mit Ausnahme des Daches und der Front teillackiert. Am 10. November 2001 kehrte er zur ATB nach Berlin zurück.

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen das folgende Foto. Es zeigt die beiden DE-Busse 2329 und 2353 bei der Überführung vom Phantasialand in Brühl nach Berlin am 13. August 2001 (siehe FATB-Info 11/01).

 

Aus aktuellem Anlaß hier die Geschichte eines ehemaligen ATB-Autobusses, der vor acht Jahren die ATB verließ und nun zu ihr zurückkehrt.

Wir schreiben das Jahr 1990. Die ATB existiert als Verein noch nicht. Vier Privatpersonen haben sich zwei Busse vom Typ D2U (1534 und 1382) und den letzten bei der BVG noch vorhandenen DE-Bus 2556 gekauft. Sie träumen von der Aufarbeitung des Busses 1382 unter Verwendung von 1534 als Ersatzteilspender. Die Arbeiten an beiden Bussen sind im Gange, immer nur sonnabends, unter freiem Himmel und mit geringen Fortschritten. So sind beide D2U zum Herumfahren nicht mehr geeignet. Es war der 1. Dezember 1990, da entdeckten diese »Gründer der ATB« auf einer Fahrt nach Mönchengladbach, wo der D2U 1391 zur Ersatzteilgewinnung ausgeschlachtet werden sollte, am Rand der Autobahn A2 bei Bad Salzuflen einen roten D2U, der mitten auf einer Wiese stand. Allgemeiner Aufschrei im Auto, hektische Suche nach der nächsten Abfahrt, Wendung und Fahrt mit Volldampf zu dieser »Sensation« und über allen die Fragezeichen in den Köpfen: »Welcher könnt's wohl sein?« Da hat plötzlich einer der Insassen die Erleuchtung: In dieser Gegend wird der D2U 1606 vermißt! Und so war es dann auch: 1606 stand auf dieser Wiese, in erstaunlich gutem Zustand und im Innenraum trotz Einbau von Bar und Tischen nahezu unverändert. Die Liebe war geboren. Eine erste Kontaktaufnahme mit dem Besitzer, dem Chef eines der vielen Möbelhäuser in dieser Gegend, verlief unbefriedigend. Der Bus stand nicht zum Verkauf, und so setzten die vier mit gesenkten Häuptern ihre Fahrt nach Mönchengladbach fort. Ein Jahr später dann die Nachricht, der Besitzer sei verstorben und der Nachfolger möchte den Bus loswerden. So übernahmen die Auto- busenthusiasten ein Jahr später den Bus 1606 und schickten ihn zunächst nach Lennestadt/Sauerland zur Firma Travellin-House-Tours. Wir erinnern uns: Diese Firma setzte D2U-Busse als Hotelbusse in ganz Europa ein. Hier erhielt 1606 eine neue Bremsanlage und wurde als Sonderkraftfahrzeug für neun Personen vom TÜV abgenommen. Am 9. Februar 1992 fuhr 1606 dann endgültig nach Berlin zurück.

Endlich stand nun wieder ein D2U für Fahrten zur Verfügung. Er war gleichzeitig der erste zugelassene Bus der ATB mit dem Kennzeichen B-ZC 606. In der folgenden Zeit wurde 1606 für Sonderfahrten und auch als Hochzeitsbus eingesetzt. Darüber hinaus war er wiederholt bei BVG-Tagen der offenen Tür zu sehen.

Im Mai 1993 geschah dann etwas Unerwartetes: die Übernahme von fünf Bussen der BVG-Museumssammlung durch die nun schon existierende ATB. Plötzlich waren zwei gleiche D2U-Busse vorhanden.

1629 als Museumsbus in erstklassigem Zustand und 1606, im Innenraum original aber vom Aufbau her schlechter. So fiel die Entscheidung, 1606 gegen 1629 zu tauschen und ihn zu verkaufen. Am 18. Dezember 1993 verließ 1606 wohl für immer Berlin.

Käufer war ein Privatmann aus Lauenburg/Elbe, der den Bus zur fahrenden Kindertagesstätte umbauen wollte. Dieses Vorhaben kam jedoch nie zustande und so stand 1606 sieben Jahre lang in Lauenburg, Büchener Weg auf einem Speditionsgelände. Er verfiel zusehends. Kinder schlugen Scheiben ein und auf dem Armaturenbrett wurden sämtliche Armaturen zerstört. Im Innenraum wurden Feuerlöscherfüllmengen versprüht, Sitzbänke beschädigt und Vögel nisteten über die Zeit im Bus. Und auch der eine oder andere Laubenpieper fand noch ein nützliches Teil zum Ausbauen. Die ständige Feuchtigkeit ließ das Gehäuse sichtbar rosten. Als das Speditionsgelände im November 2000 geräumt wurde, sollte 1606 noch einmal fahren dürfen. Er wurde auf ein Privatgelände in den Ort Horst an der Bundesstraße 5 gebracht, wo er nun wieder gegen das Wetter ungeschützt stand und weiter verfiel. In dieser langen Standzeit hatte der Aufbau von 1606 so gelitten, daß der Bus als kaum noch aufbaufähig angesehen werden kann und ist somit wirtschaftlich nicht vertretbar.

Im Januar 2002 kam plötzlich die Wende: der Bus wurde überraschend nach Lauenburg zurück gebracht und stand jetzt auf öffentlichem Straßenland. Durch die Intervention von Stadtverwaltung und Presse war der Bus nun plötzlich zu verschenken. Die ATB ergriff diese Gelegenheit, beauftragte ein Abschleppunternehmen und holte so 1606 am 18. Januar 2002 im Lkw-Schlepp nach Berlin zurück. Der Autobus steht jetzt auf dem ATB-Gelände in Fahrland und wird zukünftig als Teilespender für den D2U 1629 genutzt.

 

Mit dem Oldtimer-Bus 1629 ins Eheglück

So hieß es gleich zweimal im vergangenen Herbst. Zum einem gaben sich unser ATB-Gesellschafter Frank Woschczytzky und seine Frau Claudia und zum anderen unser Kassenwart Ralf Putzke und seine Frau Sibylle Schonert das Ja-Wort. An dieser Stelle den beiden Paaren herzlichen Glückwunsch und alles Gute vom Vorstand. Wollen auch Sie einmal einen historischen ehem. BVG-Bus für Hochzeits-, Geburtstagsfahrten oder Firmenjubiläen mieten, so rufen Sie unseren Herrn Freytag unter der Telefonnummer (030) 68 30 26 40 an.

 

Bitte vergessen Sie nicht unseren Busabend im Restaurant Split-Grill, Kaiserin-Augusta-Allee 46. Wir laden Sie hierzu recht herzlich ein.