Traditionsfahrt 2013 - eine Nachbetrachtung

Die Traditionsfahrten selbst sind nun schon zu einer festen Größe im jährlichen Veranstaltungskalender geworden. Nunmehr zum elften Mal durchgeführt, wurde sie durch die Art der Verkehrs und den Kooperationspartner zu einer der Größten, die wir bislang erleben durften. Überboten wurde die 2013er-Veranstaltung nur noch durch die Traditionsfahrten zur 700-Jahr-Feier in Heiligensee im Jahre 2008 und derjenigen zum 20. Jubiläum des Mauerfalls, die 2009 im Innenstadtbereich stattfand. Doch kommen wir nun zur Nachbetrachtung des September-Ereignisses.

Von der Idee, wo und was gemacht wird, bis zur Durchführung liegt eine lange Zeit der Vorbereitung und Planung. Teilweise werden Dinge umgeplant oder kommen gar nicht zustande. Für 2013 kam im Mai 2012 eine Anfrage von Berlin-Patrol - einer Organisation, die sich dem Gedenken an die früher in Berlin stationierten Britischen Soldaten annimmt. Anlass war der 50. Jahrestag des Kennedy-Besuches in Berlin am 26. Juni 1963. Unter der Schirmherrschaft von Innensenator Henkel war geplant, diverse Aktivitäten an verschiedenen früheren alliierten Standorten (Schloss Cecilienhof in Potsdam, Alliierten-Museum Dahlem) durchzuführen. Untergebracht werden sollten die Teilnehmer im früheren Britischen Sektor auf dem Flugplatz Gatow in einem Camp. Aufgewertet werden sollte dies durch britische Veteranen, die mit dem „Cold War Express“ aus England anreisen. Erwartet wurden 10000 Teilnehmer. Soweit die Idee, die jedoch nicht umgesetzt wurde, weil der britische Organisator erkrankte und in Folge alle Planungen storniert wurden. Eher durch Zufall sprachen wir die Bundeswehr im April 2013 an, ob eine Veranstaltung im Juni auf dem Gelände des Flugplatz Gatow geplant sei.

Die Idee wurde positiv aufgenommen, denn das Militärhistorische Museum sammelt ebenfalls Zeitzeugen, allerdings keine Busse, sondern Fluggeräte. Es gab ein erstes Treffen in unseren Abstellhallen. Daraus entwickelte sich eine sehr gute kooperative Zusammenarbeit, die in der Traditionsfahrt am 7. und 8. September 2013 gipfelte. Auch ist die Abstimmungsarbeit mit der BVG intensiviert worden und die zuerst geplanten Fahrten nach Kladow und Glienicke wurden fallengelassen, und der gesamte Verkehr wurde auf das Flugplatz-Gelände als südlichem Ziel konzentriert. Nur in den Tagesrandlagen früh und abends fuhren die Wagen nach Kladow. Tagsüber erfolgte ein 7/13 Minuten-Takt. Durch die Überschneidung mit der Linie 134 ergab sich in der Relation U/S Rathaus Spandau – General-Steinhoff-Kaserne ein 7/7/6-Takt, der sehr gut von den Fahrgästen angenommen wurde. Nachmittags ab ca. 16.30 Uhr ist in Lastrichtung Spandau sogar einen 5 Minuten-Takt angeboten worden. Die Linie durchfuhr das gesamte Bundeswehrgelände, um auf das Flugfeld zu gelangen. Die gelungene Veranstaltung ist durch das schöne Wetter abgerundet worden. Erste bildliche Eindrücke konnten Sie bereits in den letzten Wochen anschauen.

Plakat zur Ankündigung des Flugplatzfests in Gatow

Zum Flugplatzfest des Militärhistorischen Museums Gatow am Wochenende 7./8. September 2013 auf dem früheren Flugplatz der britischen Royal Air Force führten wir unsere jährliche Traditionsfahrt auf der Buslinie 34 durch. Das nördliche Ende der Linie waren die regulären Endstellen am Wasserwerk, dem Friedhof in den Kisseln und dem Rathaus Spandau. Als Besonderheit fuhren wir mit unseren Autobussen ab der Haltestelle General-Steinhoff-Kaserne durch ein sonst nicht zugängliches Areal der Bundeswehr bis auf das frühere Flugfeld.

Durch die Fülle von Aufgaben ergaben sich diesmal erhebliche Schwierigkeiten im gesamten Bereich. So waren beispielsweise nur wenige Aufpasser vorhanden. Auch wurden Fahrer aus befreundeten Kreisen herangezogen. Der Fahrplan für die Monumentenhalle am 08. September wurde reduziert, um Fahrzeuge und Personal für die Traditionsfahrt zu gewinnen. Großer Dank gilt unseren Kollegen aus Göttingen, die für uns den 218er bedienten.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Linie 134: Diese Linie 134, vormals 34, 3 oder auch C, feierte in diesem Jahr einen runden Geburtstag. 85 Jahre auf (fast) der gleichen Linienführung, das gibt es kaum noch in Berlin. Am 15.03.1928 fuhr der 34er erstmals zwischen Spandau, Bethkestraße und Spandau, Friedhof. Am 02.01.1930 gab es dann eine neue Linie 3 zwischen Spandau, Hauptpost und Cladow, die seit 1925 als Linie C in Betrieb war. Zum 01.04.1930 wurde sie mit dem 34er zusammengeführt und war zwischen Spandau, Friedhof und Cladow unterwegs. Zwischenzeitlich gab es einige Endstellenverschiebungen und während bzw. nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Linie öfters eingestellt. Einziger Unterschied zu der heutigen Linie 134 ist, das die Wagen immer durch die Pichelsdorfer Str. und Heerstraße fuhren. Erst seit dem Metrobus-Liniennetz seit Dezember 2004 fährt der Bus direkt von der Gatower Straße kommend über Wilhelmstraße zur Klosterstr., ohne diesen Umweg. Weitere Einzelheiten zur Linie gibt es in einem Anhang als Linienchronik.

Text: Ralf Ziegenhirt

   
15.03.1928 Spandau, Pionierstr. (Friedhof) – Spandau, Bethkestr.
  Über Falkenhagener Str., Bismarckplatz, Potsdamer Str. (heute Neuendorfer Str., Carl-Schurz-Str.), Rathaus, Klosterstr., Pichelsdorfer Str.
01.04.1930 Spandau, Pionierstr. (Friedhof) – Cladow
  Wie bisher, Pichelsdorfer Str., Heerstr., Gatow, Cladow (siehe AL 3)
23.10.1930 Spandau, Zeppelinstr. – Cladow
  über Zeppelinstr., Pionierstr., wie bisher
23.01.1946 S Pichelsberg – Kladow
  über Schirwindter Allee – Heerstr., Gatower Str., Alt-Gatow, Kladower Damm
07.02.1946 eingestellt (Ersatz durch Personenschifffahrt)
20.07.1946 S Pichelsberg – Kladow
  wie am 23.01.1946
17.08.1946 Alt-Pichelsdorf – Kladow
  über Alt-Pichelsdorf, Heerstr., wie bisher
15.04.1947 eingestellt (wegen Reifenmangel, Ersatz durch Privatlinie)
04.07.1949 Spandau, Rathaus – Kladow
  über Klosterstr., Pichelsdorfer Str., Heerstr., Gatower Str., Alt-Gatow, Kladower Damm
01.08.1949 Spandau, Pionierstr. (Friedhof) – Kladow
  über Pionierstr., Falkenhagener Str., Bismarckplatz, Neuendorfer Str., Carl-Schurz-Str., Spandau, Rathaus, Klosterstr., wie bisher
02.01.1950 I. Spandau, Askanierring E. Falkenhagener Chaussee – Kladow
  über Askanierring, Spandau (Rathaus), Klosterstr., wie bisher
  II. Spandau, Pionierstr. (Friedhof) – Kladow
02.01.1951 I. Spandau, Askanierring E. Falkenhagener Chaussee – Kladow
  Sonntags : Spandau, Rathaus - Kladow
  II. Spandau, Pionierstr. (Friedhof) – Kladow
02.01.1952

Linienteil 34 I umbenannt in 35

01.04.1953 Spandau, Pionierstr. (Friedhof) – Groß-Glienicke, Gutshof
  wie bisher, Kladower Damm, Ritterfelddamm, Kladower Chaussee (Ersatz für AL 6)
  Sonntags außerdem : Spandau, Pionierstr. – Kladow, Hottengrund
25.07.1960 wie bisher, Bismarckplatz, Neuendorfer Str., Carl-Schurz-Str. (zurück : Carl-Schurz-Str., Markt, Breite Str., Am Juliusturm, Neuendorfer Str.), Spandau, Rathaus, wie bisher
13.10.1960 wie bisher, Bismarckplatz, (neue) Neuendorfer Str., Falkenseer Platz, Am Juliusturm, Carl-Schurz-Str. (zurück : Carl-Schurz-Str., Markt, Breite Str., Am Juliusturm, (alte) Neuendorfer Str., Bismarckplatz), Spandau, Rathaus, wie bisher
17.10.1960 wie bisher, Bismarckplatz, (neue) Neuendorfer Str., Falkenseer Platz, Am Juliusturm, Carl-Schurz-Str. (zurück : Carl-Schurz-Str., Markt, Breite Str., Am Juliusturm, Falkenseer Platz), Spandau, Rathaus, wie bisher
29.09.1963 Die Fahrten an Sonntagen zwischen Spandau, Friedhof und Hottengrund entfallen (siehe AL 35)
01.11.1966 Spandau, Pionierstr. (Wasserwerk) – Groß-Glienicke, Gutshof
  über Pionierstraße
04.11.1968 wie bisher, Falkenseer Platz, Am Juliusturm, Carl-Schurz-Str., Altstädter Ring (zurück : Altstädter Ring, Am Wall, Stabholzgarten, Breite Str., Am Juliusturm, Falkenseer Platz), Klosterstr., wie bisher
06.09.1979 wie bisher, Falkenseer Platz, Altstädter Ring (zurück: Altstädter Ring, Am Wall, Stabholzgarten, Breite Str., Am Juliusturm, Falkenseer Platz) (zunächst Umleitung wegen U-Bahn-Bau, ab 01.05.1980 offiziell)
03.09.1981 wie bisher, Falkenseer Platz, Altstädter Ring, Klosterstr., wie bisher
02.06.1991 umbenannt in 134
  Weitere Informationen folgen demnächst für die Vorkriegszeit und ab der Umstellung auf dreistellige Liniennummern.
  Quellen : Berliner Verkehrsblätter 2/73, S. 35 und 36 sowie Berliner Verkehrsblätter 2/95, Seite 23; Berliner Omnibusse (1975, 3. Auflage 1979), Seite 90 und 94

 

 

Die eingesetzten Autobusse waren in diesem Jahr folgende:

Wagen Bauart Eigentümer Kennzeichen
237 Büssing E2U 62S ATB B-DV 237 H
415 Büssing E2U 64 ATB B-ZU 415 H
1629 Büssing D2U 64 ATB B-ZU 629 H
1666 MAN SL 200 (E2H 85) ATB B-I 1666
1749 MAN SD 80 (SD 200) ATB B-Z 1749 H
1957 Büssing BS 110 SL (E2H 71) ATB B-BZ 1957 H
2100 Büssing DES 68 ATB B-L 2100 H
2329 Büssing DE 71 ATB B-Z 2329 H
2437 Büssing DE 72 ATB B-Z 2437 H
2556 Büssing DE 74 ATB B-Z 2556 H
2626 MAN SD 74 (SD 200) ATB B-Q 2626 H
3413 MAN SD 85 (SD 200) ATB B-U 3413
       
       
3577 MAN D87 (nur Sonntag) BCT B-J 3577
3776 MAN D90 BCT B-U 3776

Für den am Sonntag parallel verkehrenden Zubringerverkehr zur Monumentenhalle dienten LVG 70, Wagen 1658 und der Do54 "Hugo" vom DVN.


Fotos: A. Heller (7), F. Garhammer (7), J. Mühmelt (8), H. Putzke (2), R. Putzke (7), T. Asare (3), T. Domann (38), M. Bergmann (8), U. Bergmann (8), F. von Riman-Lipinski (7)


zuletzt aktualisiert 2.11.2013