Restaurierung Kä E2H 644
Bericht vom 24.05.03

Der heutige Tag brachte endlich Licht in die Sache: die beiden S6 wurden ans Licht geholt (Wagen 644 im Schlepp hinter Wagen 2000, der rote S6 aus eigener Kraft!) und genauestens inspiziert.

644 wurde zuerst einmal ausgeräumt (Teile von diesem Bus, wie Kühler, Klappen und anderes war eingelagert worden, damit nichts verloren geht) und einer groben Reinigung unterzogen, alle Fenster wurden geputzt. Der komplette Innenraum wurde fotografiert, auch Details wurden festgehalten. Der weiche Fussboden im Bereich aller Radkästen war schon damals aufgefallen, bei einem Blick unter den Fussboden (was einfach ist, da sich zumindest auf der linken Seite der Kofferraum in Wohlgefallen aufgelöst hat) war dann klar, warum: ausser dem vermoderten Holz hält dort nichts mehr... Wie auch beim restlichen Fahrzeug ist von Stahl in seiner Reinform kaum noch etwas zu sehen. Eisenoxid (sprich: Rost) allerorten. Vorsichtige Piekereien mit dem Schraubendreher ziehen lawinenartige »Rostabgänge« nach sich. Der Gerippeteil zwischen linkem Kofferraum und linkem Hinterrad erwies sich nach vorsichtigem Ziehen als nicht sonderlich stabil, vielmehr wurden die restlichen noch vorhandenen Rostteile nahezu ausschließlich durch die filzartige Kofferraumverkleidung gehalten und fielen als Ganzes krachend zu Boden. Der Gipfel ist, dass selbst massive Elemente der Hinterachse weggerostet, deformiert und in der eigentlichen Form nicht mehr identifizierbar sind.

Auch der rote S6 ist nicht ohne Mangel, an vielen Stellen sind über Rostschäden nur Bleche übergepoppt worden, aber im Großen und Ganzen ist die Substanz um Längen besser. Wir begannen dann auch gleich, diesen Wagen weiter zu zerlegen durch Ausbauen der Fußböden, Entfernen der Alu-Verblechungen einiger Fensterausschnitte und dem Ausbau der noch vorhandenen, aber zugekleisterten Dachrandverglasung. Diese ist mit Aluminiumstegen in der Karosserie verschraubt, wundersamer Weise lassen sich hier, aussen wie innen, fast alle Schrauben nach dem Freilegen fast mühelos ausschrauben.

So sah das ganze dann im Laufe des Tages aus:

Unter normalen Umständen kann man dieses Bild nicht machen, denn zwischen Kofferraum (links) und Hinterachse (rechts) befindet sich sonst eine Wand... Hier kann man jedenfalls den starken Rostbefall der Hinterachse bei Wagen 644 sehen
Hier aus anderer Perspektive die Hinterachse des roten S6 (hier existiert die Wand noch): leichter Flugrost, aber sonst sehr gut!
Einmal Fegen bitte. Was die braunen Haufen unter dem Bus wohl sind? Da liegt übrigens vor dem linken Hinterrad die oben beschriebene Wand...
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch schnell ein Beweisfoto gemacht: Dachrandverglasung links fehlt bereits. Manfred (vorn) meint, das schaffen wir schon!

 

Text und Bilder: Björn Draegert