Wagen 1642, 1643, 1644 und 1959
DB E2H 83 und 84 (O 305)

Die Wagen 1642, 1643 und 1644 waren Bestandteil der 50 Eindecker umfassenden Serie E2H 83, die sich in 35 Busse des Herstellers Mercedes-Benz (Wagennummern 1613 bis 1647) sowie weitere 15 Busse des Herstellers MAN (Wagennummern 1648 bis 1662) gliederte.

 

Nach ihrer amtlichen Zulassung am 15. Februar 1983 (Wagen 1643 und 1644) bzw. 8. März 1983 (Wagen 1642) gelangten die Busse zunächst vom Betriebshof Zehlendorf aus zum Einsatz. Anlässlich eines Fahrplanwechsels im Herbst 1989 wurden die drei Fahrzeuge zum Betriebshof Müllerstraße umgesetzt, um im Herbst 1993 weiter zum Betriebshof Indira-Gandhi-Straße zu gelangen. Im darauf folgenden Jahr erfolgte die kurzzeitige Umstationierung der drei Wagen zum Betriebshof Britz und danach schließlich wieder zurück zum Betriebshof Indira-Gandhi-Straße.

 

Im Herbst 1997 endete der planmäßige Linieneinsatz der drei Busse und sie wurden in den Fahrzeugpool für Ersatzverkehre überstellt. Ab August 1997 wurden 1642, 1643 und 1644 für eine Abonnenten-Kampagne der BVG mit einer Totalwerbung versehen und so umgebaut, dass sie als rollende Servicecenter an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet zum Einsatz kommen konnten. Diese Nutzung endete im Herbst 2000, danach kamen die Busse wieder im Liniendienst zum Einsatz.

 

Die Fahrzeuge 1642, 1643 und 1644 waren während der BVG-Einsatzzeit mit folgenden Werbungen im Einsatz:

 

 

Werbungen

von

bis

1642:

 

 

Real Heimwerkermarkt (Heckwerbung)

03.1984

05.1987

Kaiser's (Heckwerbung)

05.1987

01.1988

TD1-Fernsehen (Seitenwerbung vom Format einer Heckwerbung)

08.1987

11.1987

ÖTV 35-Stunden-Woche (Seitenwerbung vom Format einer Heckwerbung)

11.1987

03.1988

Kaiser's (Heckwerbung, neue Version)

01.1988

06.1989

Motor-Company (Heckwerbung)

09.1989

02.1994

BVG (Heckwerbung)

03.1994

04.1997

BVG Abo-Mobil

08.1997

09.2000

 

 

 

1643:

 

 

Spielbank Berlin (Heckwerbung)

03.1984

08.1984

Berliner Morgenpost (Heckwerbung)

08.1984

10.1984

Berliner Morgenpost (Heckwerbung, neue Version)

10.1984

11.1984

DeGeWo (Heckwerbung)

11.1984

03.1985

DeGeWo (Heckwerbung, neue Version)

03.1985

04.1987

Zumholz (Heckwerbung)

04.1987

12.1988

Zumholz (Heckwerbung, neue Version)

12.1988

03.1991

Clavis (Heckwerbung)

03.1991

08.1993

Clavis (Heckwerbung, neue Version)

08.1993

10.1993

Zumholz (Heckwerbung, neue Version)

10.1993

06.1994

Ford-Händler (Heckwerbung)

06.1994

08.1997

BVG Abo-Mobil

08.1997

09.2000

 

 

 

1644:

 

 

Spielbank Berlin (Heckwerbung)

04.1984

04.1984

Wunderlich Automobile (Heckwerbung)

04.1984

09.1987

Stinnes Baumarkt (Bandwerbung)

09.1987

03.1988

Stinnes Baumarkt (Bandwerbung, neue Version)

03.1988

12.1994

VVR Berek (Bandwerbung, nur linke Seite)

05.1996

06.1996

BVG, für Tag- und Nachtschwärmer (Bandwerbung)

06.1996

08.1997

Küttner Automobile (Heckwerbung)

10.1996

08.1997

BVG Abo-Mobil

08.1997

09.2000

 

 

 

 

 

Der Wagen 1959 entstammt der vierzig Mercedes-Benz-Eindecker umfassenden Serie E2H 84 (Wagennummern 1951 bis 1990).

 

Der Bus war seit seiner Erstzulassung am 28. März 1984 zunächst auf dem Betriebshof Helmholtzstraße beheimatet und wurde im Herbst 1991 zum Betriebshof Spandau umgesetzt. Mit Beginn der Sanierung der Bus-Endstelle im Steglitzer Kreisel und einem damit einhergehenden erhöhten Eindeckerbedarf im Frühjahr 1998 (die stattdessen in Betrieb genommene provisorische Endstelle befand sich unter einer für Doppeldecker gesperrten Autobahnbrücke) erfolgte die Umsetzung des Busses zum Betriebshof Zehlendorf. Bereits im Herbst desselben Jahres wurde der Wagen zum Betriebshof Indira-Gandhi-Straße abgegeben.

 

Für 1959 endete der planmäßige Liniendienst im Frühjahr 1999 mit der Überstellung in den Buspool für Ersatzverkehre.

 

1959 war während seiner Einsatzzeit mit verschiedenen Werbungen im Einsatz:

 

 

Werbung

von

bis

Baumhüter Wäsche (Bandwerbung)

06.1984

05.1992

Foto Meyer (Heckwerbung)

05.1992

03.1994

BVG, Ihr preiswerter Zweitwagen (Bandwerbung)

08.1992

03.1997

Opel Semdner (Heckwerbung)

11.1995

11.1996

Pflanzen Kölle (Bandwerbung)

03.1997

05.1999

BVG-Gepäckbus

11.1999

01.2000

 

 

 

Im Sommer 2001 sind die vier Busse 1642, 1643, 1644 und 1959 von der BVG der Künstlerin Gisela Weimann zur Verfügung gestellt worden. Diese hat die Wagen auf dem Gelände des Betriebshofes Usedomer Straße mit Spiegelflächen versehen lassen. In einer am 1. September 2001 auf der Museumsinsel aufgeführten "Oper für vier Busse" fanden in den Wagen musikalische Darbietungen statt, deren Wirkung durch die Spiegelkonstruktion verstärkt werden sollten.

 

Weitere Aufführungen dieses Kunstprojektes erfolgten nur sporadisch und zuletzt im August 2004, womit die vier Spiegelbusse seither ohne weitere Verwendung in der Halle des ehemaligen Betriebshofes Usedomer Straße abgestellt waren.

 

Mit der geplanten Aufgabe dieses Betriebshofgeländes war es der Künstlerin nun nicht mehr möglich die Spiegelbusse unterzubringen, weshalb sie sich im April 2009 zur Abgabe der Fahrzeuge an die ATB entschlossen hatte.

 

Da mit dem Wagen 1986 schon ein bereits restaurierter Vertreter später DB O 305-Baureihen bei der BVG im ATB-Fuhrpark vertreten ist, das Ablösen der Spiegelflächen nur unter enormen finanziellem und zeitlichem Aufwand möglich gewesen wäre und auch im Falle eines Rückbaus der Fahrzeuge für den Linienbetrieb selbst in Osteuropa kein Markt mehr für so alte Busse bestanden hätte, war für die vier Wagen von vornherein nur die Verwendung als Ersatzteilspender geplant. Hier erwies es sich als Vorteil, dass die Bauart O 305 über Jahre hinweg keiner grundlegenden technischen Änderung unterworfen war, womit Komponenten der Spiegelbusse sowohl für 1986 als auch - mit Einschränkungen - für den zweiten O 305-Museumsbus, Wagen 1405 (E2H 77), verwendet werden können.

 

Der Wagen 1642 wurde im Mai 2014 nach Osnabrück abgegeben.

 

Text: C. Neuhaus

 

E2H

Der Wagen 1642 pausiert am Maifeiertag 1994 an der heute nicht mehr existenten Pankower Endhaltestelle Vinetastraße.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Zur Werbung von Abonnementkunden diente 1642 im September 1997, wie die Aufnahme am S-Bahnhof Marzahn zeigt.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Auf dem "Hühnerhof", damals ein Abstellplatz für auszumusternde und langfristig abgestellte Busse unweit des Betriebshofs I, steht sich 1642 im Frühjahr 2001 die Räder eckig. Immerhin ist der Bus noch polizeilich zugelassen.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Im November 1993 entstand das Foto von 1643, der gerade eine Fahrt auf der Linie 221 zum U-Bahnhof Kurt-Schumacher-Platz absolviert hat.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Im September 2000 hatten E2H wie 1643 auf dem Betriebshof Müllerstraße schon Seltenheitswert.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Nach der Abgabe an das Opernprojekt präsentiert sich 1643 mit spiegelndem Zierrat.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Wie irritierend die Spiegelflächen wirken, verdeutlicht dieses Foto.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Eine heute nicht mehr bediente Linienführung nahm 1644 auf dem Bild: Nachfolger der Linie 62 sind die Linien M21 und X21.

Foto: Archiv C. Neuhaus

E2H

Seinen dreißigsten Geburtstag feierte der Betriebshof Indira-Gandhi-Straße am 1. Juni 1996 und 1644 feierte mit.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Auf dem Betriebshof Usedomer Straße, wo die Spiegelbusse jahrelang hinterstellt waren, wurde 1644 im Opern-Outfit fotografisch festgehalten.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Licht- und Schattenspiele liefern sich die Spiegelbusse in der Halle von Hof U.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Die Spiegelflächen zogen sich komplett um das Fahrzeugheck herum.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Aus den ersten Jahren des Betriebsdaseins von 1959 stammt die Aufnahme, die anläßlich eines Veranstaltungszubringerverkehrs zum Olympiastadion auf Zelluloid verewigt wurde.

Foto: Archiv C. Neuhaus

E2H

Eigenwerbung für die öffentlichen Verkehrsmittel trug Wagen dann im Jahr 1994...

Foto: C. Neuhaus

E2H

...die dann durch eine Werbung für Pflanzengroßmärkte im Umland abgelöst wurde.

Foto: C. Neuhaus

E2H

In der Adventszeit des Jahres 1999 diente 1959 dann mit angepasster Beklebung als Gepäckbus...

Foto: C. Neuhaus

E2H

...und ermöglichte den Weihnachtseinkäufern wie hier an der Gedächtniskirche, ihre Taschen aufbewahren zu lassen, um die Hände für die nächsten Einkäufe freizuhaben.

Foto: C. Neuhaus

E2H

Ohne passendes Brose-Band und anstelle mit Steckschild kam 1959 im April 2000 auf der Linie 322 zum Einsatz, wo der Wagen am U-Bahnhof Paracelsusbad abgelichtet werden konnte.

Foto: C. Neuhaus

 

zuletzt aktualisiert 4.6.2014