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DB G 87 (O 405 G) Im Jahr 2001 entwickelte sich eine erhebliche Knappheit an einsatzfähigen Linienbussen bei der BVG. Die Gründe hierfür lagen unter anderem in der sparsamen Beschaffungspolitik in den vorangegangenen Jahren, denn zwischen 1997 und 2000 wurden keine Neufahrzeuge in Betrieb genommen. Das rächte sich durch die daraus folgende Überalterung des vorhandenen Wagenparks. Und hier kam die Streichung der früher obligatorischen Großreparaturen bei den Doppeldeckautobussen ins Spiel, da die SD 202 mittlerweile bis zu vierzehn Jahre im Liniendienst standen - und eigentlich für eine Lebensdauer von zehn bis zwölf Jahren konzipiert waren. Nun mußten diese Wagen dutzendweise mit Korrosionsproblemen abgestellt werden. Seit Ende 1999 lief zwar ein Aufarbeitungsprogramm für diese Serien, doch aus Kapazitätsgründen konnten weitgehend nur Fahrzeuge ab Baujahr 1989 aufgenommen werden. In der Summe standen dennoch immer mehr Fahrzeuge nicht mehr dem Betrieb zur Verfügung, da etliche SD 202 auf ihre Aufarbeitung warteten oder erst abgestellt werden mussten. Zwar konnten im Jahr 2001 zunächst 19 nach BVG-Spezifikationen gebaute, aber von Berliner Privatunternehmen nicht abgenommene MAN A21 erworben werden, aber kurzfristig waren keine weiteren Neufahrzeuge zu beschaffen. Erst im Herbst 2002 sollte Verstärkung in Form von zwei- und dreiachsigen Citaros, Volvo 7000 sowie sechs Solaris Urbinos kommen. Die BVG sah sich nunmehr nach geeigneten Gebrauchtfahrzeugen um, die für eine Übergangszeit die Lücke im Wagenbestand überbrücken sollten. Die beschafften Fahrzeuge waren bewährte Typen, von denen die BVG bereits Exemplare im Bestand hatte. So konnten Niederflurfahrzeuge der Standard-II-Generation von MAN diverser Vorbesitzer sowie Volvo B10L mit Steyr-Aufbau aus Pinneberg gekauft werden. Vom Stadtverkehr Lübeck hingegen gelangten Hochbodenbusse zur BVG. Neben Solowagen des bereits vorhandenen Typs O 405 kamen erstmals acht entsprechende Gelenkbusse vom Typ O 405 G in den Bestand. Unter den Mercedes-Gelenkbussen des VÖV-Typ-2 bei der BVG waren die zuletzt beschafften Wagen somit kurioserweise zugleich die ältesten.
Die Busse wurden unmittelbar nach ihrer Anlieferung aus Lübeck zugelassen und eilig dem Betriebsdienst übergeben. So mußte es außen zunächst genügen, neue Kennzeichen und das BVG-Logo aufzukleben, ohne jedoch die Insignien des Vorbesitzers zu löschen, geschweige denn die Fahrzeuge mit Fahrscheindruckern oder Fahrzielanzeigen auszustatten. Diese Einbauten erfolgten erst in den ersten Einsatzwochen. Neulackierungen in das aktuelle BVG-sonnengelb erhielten alle Busse, wenn auch zum Teil erst nach Monaten im Berliner Liniendienst. Die Busse wurden aus dem Buspool des Hofs Indira-Gandhi-Straße heraus an alle Höfe mit entsprechendem Bedarf verliehen und gelangten so stadtweit zum Einsatz. Zeitweise erhielten sie sogar noch Unterstützung durch weitere Lübecker Artgenossen: die drei Wagen 117, 118 und 123 wurden zwischen Oktober und Dezember 2001 durch die BVG für Schienenersatzverkehrleistungen angemietet und kehrten um Wagen 122 verstärkt im Juli 2002 nochmal an die Spree zurück. Die Wagen 2801 bis 2803 wurden im November 2001 in den regulären Bestand des Hofs Spandau übergeben, während der Rest der Serie einen Monat später dem Buspool Spandau zugeordnet wurde. Im Herbst 2002 erhielt die BVG eine Reihe von Neufahrzeugserien, die auch die O 405 G weitgehend ablösten. Die Wagen 2803 bis 2808 wurden daher im Oktober 2003 abgestellt und an Fahrzeughändler verkauft. Nur 2801 und 2802 blieben zunächst im Bestand des Hofs Spandau und wurden 2004 eingemottet, um als eiserne Reserve einige Monate ungenutzt abgestellt abzuwarten, bis sie aufgrund der Rückgabe von Leasingfahrzeugen wieder benötigt wurden. Der Hof Spandau setzte beiden Wagen fast ausschließlich auf der Linie 130 ein, wobei die letzten Einsatzmonaten den Wagen eine abwechslungsreiche Zeit bescherten, wenn die Wagen an andere Höfe verliehen waren. Das Zeitalter der Hochbodenbusse wurde dann aber im September 2005 endgültig beschlossen, als 2801 als letzter seiner Art aus dem Linienbestand der BVG ausschied. Text: U. Bergmann
zuletzt aktualisiert 27.5.2010 | Ulf Bergmann |