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Wagen 1126
Der Bus ist 10,4m lang, 2,5m breit, 4,0m hoch und hat ein Eigengewicht von 9,5t. Er bietet 34 Sitz- und 21 Stehplätze im Unterdeck und auf den langen Viererbänken im Oberdeck 36 Sitzplätze. Da sich immer häufiger Fahrgastunfälle mit der offenen Plattform ereigneten, wurde im August 1968 der Wagen 1126 mit einer Falttür für die Heckplattform und einer geänderten Treppe versehen, die etwas weiter zurückversetzt im Bus begann und abgewinkelt war, damit Fahrgäste, die sich bereits auf der Plattform befanden, besser ins Oberdeck gelangen konnten. Außerdem wurden zusätzliche Blinkleuchten an der Stirnseite angebracht und etwas größere Seitenspiegel montiert. Der Typ D2U - auch als »Trampelwagen« bezeichnet – prägte das Berliner Stadtbild in den 50er und 60er Jahren und erlangte sogar weit über Berlins Grenzen hinaus große Bekanntheit. Er wurde zu einem regelrechten Markenzeichen der Inselstadt, und so gab es kaum eine Ansichtspostkarte aus dem westlichen Berlin dieser Zeit, auf der nicht auch ein D2U zu sehen war. Nicht umsonst legte die Firma Wiking-Modelle aus Berlin bereits im Jahre 1959 ein Modell dieses Bustyps im Maßstab 1:87 auf, das nach mehrfachem Wechsel der jeweiligen Werbebeschriftung erst im Jahre 1977 aus dem Programm genommen wurde. Bekanntestes Merkmal der D2U-Wagen war aber der Schaffner mit Galoppwechsler vor dem Bauch, Stempel in der Brusttasche und Fahrscheinblock in der Hand, der nach jeder Haltestelle mit seinem »Noch jemand zugestiegen? Noch jemand ohne Fahrschein?« durch den Bus lief (daher der Ausdruck Trampelwagen). Als »Chef« des Gespanns Fahrer / Schaffner oblag ihm aber nicht nur das Kassieren, sondern er gab auch Auskünfte, rief Haltestellen aus und musste nach Einbau der Plattformtür bei jedem Halt diese schließen und dem Fahrer mit dem »Tüüüt-Signal« das Zeichen zur Weiterfahrt geben. Der Wagen 1126 ist bei seiner Auslieferung dem Betriebshof Helmholtzstraße zugeordnet worden, war dann von 1958 bis 1963 auf dem Betriebshof Zehlendorf stationiert, wechselte später mehrmals zwischen den Betriebshöfen Helmholtzstraße und Müllerstraße, bevor er schließlich die letzten zwei Einsatzjahre vom Betriebshof Britz aus eingesetzt wurde. Die fälligen Großreparaturen an 1126 wurden im November 1961 und im Mai 1966 durchgeführt.
Während der Einsatzzeit war der Bus mit folgenden Werbungen versehen:
Nach über 16 Jahren Dienstzeit wurde 1126 am 10. April 1973 ausgemustert und in die Museumssammlung der BVG eingereiht. 1993 übernahm ihn die Arbeitsgemeinschaft Traditionsbus Berlin. Er präsentiert sich heute in dem Zustand, wie er 1973 abgestellt wurde. Deutlich erkennt man an der gelben Decke im Oberdeck, dass viel in dem Bus geraucht wurde, denn (leider) war bis 1974 das Rauchen im Oberdeck erlaubt. Aus diesem Grund empfahl es sich damals für die Schaffner, brav ihre Dienstmütze zu tragen, wollten diese nicht mit ihren Haaren mit den Nikotinrückständen an der Fahrzeugdecke in Berührung kommen. Die im BVG-Museum aufbewahrten Fahrzeuge wurden nach dem Ausscheiden aus dem Linieneinsatz meist nur optisch aufgearbeitet, so dass auch bei diesem Bus noch einiges investiert und getan werden muss, damit er langfristig der Nachwelt erhalten bleibt... Text: Frank Woschczytzky
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