FATB-Info
Ausgabe Dezember 2007

1000 Jahre Stadt Fürth

Am Wochenende 15. und 16. September 2007 veranstaltete die Stadt Fürth im Rahmen der 1000 Jahrfeier ein Nahverkehrswochenende. Zu dieser wirklich großen Schau von Autobussen und  Eisenbahnfahrzeugen war auch die ATB mit ihren Bussen 1376 (MAN E2H 76, Fahrschulwagen mit Schaltgetriebe) und 1986 (DB E2H 84) angereist. Aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern kamen historische und moderne Autobusse auf den Betriebshof in Fürth, umrahmt von Modellbahnschauen, einem historischen Dampfwalzentreffen und einem Modell- und Nahverkehrsmarkt. Die deutsche Bahn hatte eine beeindruckende Schau von Lokomotiven und anderen Eisenbahnfahrzeugen zusammengestellt und zeigte diese am Hauptbahnhof, in unmittelbarer Nähe des Betriebshofes. 1376 stand an diesem Wochenende in der Autobusschau auf dem Betriebshof, während 1986 an beiden Tagen insbesondere auf der Linie 172 vom Hauptbahnhof nach Burgfarnbach eingesetzt wurde.

ATB-Schlaglichter:

Beim Bus 2437 steht in diesem Winter eine Überholung an. Als der Aufbau dieses Busses komplett restauriert wurde, gab es die FATB-Info noch gar nicht, und auch der Förderverein der ATB war noch nicht gegründet. Bereits Anfang 1993 wurde 2437 bei der damaligen Firma KIB (diese Firma gibt es seit vielen Jahren nicht mehr), dem Nachfolgebetrieb der Hauptwerkstatt Autobus der BVG-Ost in der Eichenstraße in Treptow aufgearbeitet. Der Anlaß für die Aufarbeitung war seinerzeit der bevorstehende Einsatz des Busses zur 1000-Jahrfeier der Stadt Potsdam ebendort.

Seither sind rund 14 Jahre ins Land gegangen und 2437 hat zwei Sommerhalbjahre Linieneinsatz in Potsdam (1993 und 1995), unzählige Sonder- und Vermietfahrten, sowie über 250.000 Km Linieneinsatz auf der Linie 218 hinter sich. Die Gesamtlaufleistung dieses Busses kann man schon als Astronomisch beschreiben, gemessen an der durchschnittlichen Laufleistung von DE-Bussen bei der BVG von 650.000 bis 700.000 Km. Ende Oktober 2007 zeigte der Tacho von 2437 sage und schreibe 1.130.000 Km! Niemals zuvor hat ein DE-Doppeldecker diese Laufleistung erreicht!

Nun sollen im Winter 2007/2008 Restaurierungsarbeiten am Aufbau durchgeführt werden, dazu werden u.a. ein Teil der Fenster entnommen und die Rahmen entrostet und gestrichen.

Derzeit finden eher ungewöhnliche Restaurierungsarbeiten bei der ATB statt. Sie betreffen den Bus 155. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen unter Ihnen, der mit dieser Wagennummer gar nicht so viel anfangen kann? Immerhin taucht diese Wagennummer so gut wie nirgends bei ATB-Arbeiten auf. In der Tat handelt es sich um den Schaffner-Präsidenten (E2U 63S) der ATB, den Bus 155, der seit mehr als 30 Jahren zu einem Schattendasein als Aufenthalts- und Lagerraum verdammt ist.

Im Juni 1975 bei der BVG abgestellt, wurde dieser Bus zusammen mit dem Präsidenten 339 einen Monat später an den Schaustellerbetrieb Müller verkauft, allerdings ohne Motor und Getriebe. Zuerst aufgestellt als Lagerraum an der Pankower Allee in Reinickendorf, stand 155 ab 1977 als Aufenthaltsraum in einer Zigeunersiedlung in der Kopenhagener Straße. Ab 1981 wurden dann beide Busse als Lagerräume für Requisiten u.ä. beim Schaustellerbetrieb Müller selbst in der Säntisstraße in Marienfelde aufgestellt.

Gute 10 Jahre später, Mitte 1991, kam 155 dann auf das Gelände eines Schrottgroßhandels in der Motzener Straße in Lichtenrade. Allerdings nicht, um verschrottet zu werden, sondern um erneut als Lagerraum, diesmal für Ersatzteile, zu dienen.

Und am 30. Januar 1993 schließlich, holte die ATB den Bus in ihre Sammlung, zuerst als Lagerraum in den Betriebshof Charlottenburg, Königin-Elisabeth-Straße, dann nach der Räumung dieses Hofes auf das Freigelände in Fahrland. 155 diente dabei überwiegend als Lagerraum für Großteile, wie Karosserieteile, Türen, Stoßstangen u.v.m.

Im Januar 2007 holte die ATB den Bus 155 von Fahrland in die Lagerhalle Daumstraße. Die als Ersatz für fehlende Fenster schon vor Jahren angebrachten Blechplatten wurden entfernt und der Bus innen ausgeräumt und gesäubert. Alle fehlenden Fenster werden nun wieder verglast und die elektrische Anlage des Busses ist auch schon  instandgesetzt. So leuchten die kleinen Birnchen des Innenraumes nach 30 Jahren wieder! Eine Heizung wird nun noch eingebaut und dann dient 155 in der Daumstraße als Aufenthalts- und Pausenraum.

Ach, und wenn jemand womöglich zu viel Geld hat und mal wieder einen Schaffnerpräsi in den Strassen Berlins sehen möchte, kann er sich gerne bei der ATB melden!

Die Reparatur des verunfallten Busses 70 (LVG-DE, vgl. FATB-Info Juli 2007) schreitet voran. Das Frontblech ist repariert, die Stoßstange erneuert und alles ist schon wieder lackiert. Auch das Lenkgestänge ist getauscht. Einzig die Lenkpumpe stellt noch ein Problem dar. Sie ist undicht und derzeit mangels Ersatzteilen nicht zu ersetzen.

Die Schlachtaktion des D2U-Busses 1331 neigt sich dem Ende entgegen. Die Hecktürflügel sollen noch ausgebaut werden, danach ist 1331 nur noch ein rostiges Gerippe. Der Ausbau der Achsen wird dagegen erst im Zuge der Verschrottung erfolgen.

Auf seine Verschrottung wartet auch noch der fertig ausgeschlachtete Bus 1720 von der Insel Eiswerder (vgl. FATB-Info Januar 2007) Gegenwärtig steht er neben der Halle in der Daumstraße abgestellt.

Immer noch vorhanden ist der Bus 1506 (MAN E2H 77). Als ehemaliger Bastelbus der Fahrschule Müllerstraße und zuletzt als Werkstattlager im Betriebshof Helmholtzstraße  verwendet, wurde er im März 1994 von der ATB übernommen. Bis zum März 2001 war 1506 als Transporter- und Hilfsgerätewagen bei der ATB im Einsatz. Danach abgestellt, wurde 1506 im Jahre 2004 verkauft, jedoch kurz darauf der ATB zurückgegeben. Der Bus steht seit einigen Jahren als Lagerraum bei der Firma Pokra in Berlin. Verkaufbar ist er in diesem schlechten Zustand nicht mehr. Der Motor ist als Ersatzmotor für die ATB vorgesehen, der Bus wird mit hoher Wahrscheinlichkeit verschrottet werden. Hierfür gibt es aber noch keine Zeitplanung.