| FATB-Info Liebe Autobusfreunde!
Einer der ersten von der BVG überhaupt verkauften Doppeldecker war im Jahre 1973 der Bus 1176 (Büssing D2U 56). Dieser wurde im Juni 1973 an das Verlagshaus der Zeitung »Rheinische Post« in Düsseldorf verkauft. Die Zeitung verwendete ihn als Werbeträger, hauptsächlich jedoch für die jährlichen Karnevalsumzüge in Düsseldorf und Köln (amtl. Kz. D-RP 118), bei denen der Bus eine besondere Attraktion in jedem Jahr durch eine Musikkapelle auf dem offenen Oberdeck war.
Nun, im Januar 2006, ist 1176 zum zweiten Male verkauft worden. Neuer Erwerber ist der Partyservice Haarena in München, der den Bus zukünftig als Veranstaltungs- und Partybus nutzen will. Auch die Fahrt nach München hat 1176 ohne Probleme überstanden. Wie war das noch mit deutscher Qualitätsarbeit? Abgesehen vom ATB-Bus 1126 ist 1176 schon seit langem der älteste noch vorhandene und ständig zugelassene Ex-BVG-Doppeldecker überhaupt.
Seit nunmehr 28 Jahren schon steht der DF-Bus 1651 auf der Insel Eiswerder, seit 27 Jahren in Gesellschaft vom DE-Bus 1720. Der am 17. April 1978 von der BVG abgestellte 1651 wurde im Mai 1978 vom Inhaber der Surfschule Eiswerder, Peter Stoy, gekauft. Nachdem die BVG Motor und Getriebe ausgebaut hatte, wurde der Bus auf die Insel Eiswerder geschleppt, wo er fortan als Unterrichts- und Aufenthaltsraum der Surfschule diente. Als Lagerraum für die Wassersportausrüstungen erwarb Peter Stoy ein Jahr später den bei der BVG am 28. Februar 1979 abgestellten DE-Bus 1720, der nach Ausbau von Motor und Getriebe ebenfalls auf die Insel Eiswerder kam. In den vielen Jahren bis heute stehen beide Busse einträchtig nebeneinander am Fuße der Eiswerderbrücke. In diesem Jahr, 2006, verstarb Peter Stoy und die Busse werden nun nicht mehr genutzt. Die ATB hatte sich schon länger für den DF 1651 interessiert, da von den ehemals 29 Exemplaren dieses Typs nur noch drei Busse vorhanden sind: 1658 als ATB-Museumsbus, 1638 als leere Karosserie bei der ATB und eben 1651. Als Teileträger ist er sehr interessant, für Achstechnik und auch Inneneinrichtung. So besitzt dieser Bus zum Beispiel noch den Schaffnerplatz mit einer Schranke, wie sie in 1658 nicht mehr vorhanden ist. Nach einer Besichtigung vor Ort hat die ATB entschieden, den Bus 1651 zu bergen und ihn in der ATB-Wagenhalle unterzustellen. Der Bus 1720 dagegen wird wohl bei dieser Gelegenheit zwar ebenfalls geborgen, soll aber nicht in die ATB-Wagenhalle, sondern nach Möglichkeit gleich auf den Schrottplatz. Die Bergung beider Busse wird interessant, denn dort, wo sie vor 28 Jahren mit einem Lkw von der BVG hingeschleppt worden sind, können sie nicht mehr von einem Lkw abgeschleppt werden. Große Bäume wuchsen zwischenzeitlich nahe den Karosserien; durch neue Gewerbebetriebe ist das Gelände von Peter Stoy nun umbaut, eine massive Ziegelmauer und ein Hausanbau an den Bussen verhindern die Bergung per Lastkraftwagen. So werden nach dem derzeitigen Stand der Planung beide Busse mit einem Kran vom Gelände von Peter Stoy auf die Gewerbestraße unterhalb der Eiswerderstraße gehoben. Erst dann kann die ATB mit Lkw und Stange den DF-Bus 1651 übernehmen. Als Termin für diese interessante Bergung steht die erste Novemberwoche im Gespräch. Wenn Sie, werter Leser, diese Bergung mit dem Fotoapparat verfolgen möchten, so können Sie sich beim Ersten Vorsitzenden des FATB unter der E-Mail-Adresse vonRimanLipinski (at) Traditionsbus.de im Oktober nach dem genauen Termin erkundigen.
Auf der Jahreshauptversammlung wurde als diesjährige FATB-Veranstaltung eine Fahrt mit einem Reisebus nach Hamburg erwogen. In der Zwischenzeit jedoch sind auch immer wieder Anfragen von Mitgliedern an den FATB-Vorstand gerichtet worden, erneut Linienfahrten mit Traditionsbussen zu organisieren, wie seinerzeit auf den Linien 3 und 75. Der Vorstand möchte diesen Bitten entsprechen und hat daher entschieden, daß beide Fahrten stattfinden werden: Am Sonntag, dem 1. Oktober 2006 wird somit eine Linienfahrt für die Mitglieder des FATB stattfinden. An diesem Tage hat die ATB einen Auftrag, mit sechs Bussen vormittags von 10 - 12 Uhr einen Shuttleverkehr durchzuführen. Im Anschluß daran werden drei Busse (gedacht ist an D2U, DE und Präsident) zur FATB-Fahrt überwechseln. Diesmal werden Linien im Norden Berlins befahren, und zwar die Linie 12E/6 (12E rot) und als zweites die Linie 13. Am Sonnabend, dem 7. Oktober 2006 wird der FATB mit einem Reisebus nach Hamburg fahren, das Miniatur-Wunderland und den Hamburger-Omnibus-Verein (HOV) besuchen. Desweiteren besteht die Möglichkeit, verkaufte und zu Open-Top-Tour-Bussen umgebaute ehem. BVG-Autobusse als Stadtrundfahrtbusse im Einsatz zu fotografieren. Eine Einladung für beide Fahrten ging den FATB-Mitgliedern bereits zu.
Anläßlich der 100-Jahr-Feier der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) am 27. August 2006 fuhr die ATB mit den Wagen 1986 (DB E2H 84) und LVG 70 (DE 72, Typ LVG) zum Tag der offenen Tür nach Bergedorf, wo u. a. eine Ausstellung von ca. 40 Autobussen aus ganz Deutschland zu bestaunen war. Beide Busse fuhren auch im Sonderverkehr zwischen Geesthacht durch die Vierlande/Marschland und Bergedorf sowie im Shuttleverkehr zwischen ZOB und Betriebshof. 1986 fuhr zusätzlich noch drei mal mit einem Guide durch das Bergedorfer Villenviertel.
Einen Tag zuvor, am Sonnabend, den 26. August 2006, fand in Neumünster ebenfalls ein »Fahrtag« statt. Anlaß war das Ende einer Fotoausstellung über die Geschichte der VHH und deren Vorgängergeslleschaften in Neumünster. Unser Wagen LVG 70 fuhr zusammen mit vielen anderen historischen Bussen einen halben Tag im Shuttleverkehr zwischen der Fotoausstellung und dem VHH-Betriebshof in Neumünster.
Der nächste Busabend findet am 4. Dezember 2006, wie immer ab 18 Uhr, im Lokal Split-Grill, Kaiserin-Augusta-Allee 46, statt.
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