FATB-Info
Ausgabe Juni 2004

Liebe Autobusfreunde !
In der letzten FATB-Info (03/04) haben wir Ihnen erstmalig zwei Fotos des D2U-Busses 1382 gezeigt, auf denen zu sehen ist, daß die Arbeiten zu seiner Wiederherstellung in vollem Gange sind. Auch wird dieser Bus eine erhebliche Attraktivität dadurch besitzen, daß es seit über 32 Jahren der erste D2U sein wird, der wieder ohne Perrontür (so nannte sie die BVG noch 1972) auf Berlins Straßen rollt.
In der Direktionssitzung der BVG am 12. April 1972 wurde lt. Protokoll 17/72 unter Punkt 3 beschlossen, daß ab 2. Mai 1972 keine Doppeldecker-Busse mehr ohne Perrontüren eingesetzt werden dürfen. Dem folgte am 16. Mai 1972 eine Anordnung der Hauptabteilung Verkehr Oberfläche, in der zu lesen war: »Ab sofort sind sämtliche bisher verwandten Doppeldecker-Wagen ohne Perrontür aus dem Betrieb gezogen worden. Es wird daher angeordnet, daß diese Wagen - soweit auf den Betriebshöfen noch vorhanden - nicht mehr sowohl im Linienbetrieb als auch im Gelegenheitsverkehr eingesetzt werden dürfen«. Anlaß war eine entsprechende Änderung der StVZO.
Nun ist die ATB zuversichtlich, 1382 sogar in diesem Zustand auch als Kraftomnibus für die Personenbeförderung zulassen zu können.
Das erste Foto der offenen Plattform zeigt den gegenwärtigen Zustand des Busses. Die Aufarbeitung wird in vier Stufen erfolgen, wobei die erste Stufe nun abgeschlossen ist: Das gesamte Unterdecktragwerk einschließlich der Bodengruppe wurde gesandstrahlt, hierzu sind auch die Achsen ausgebaut worden. Alle Rostschäden am Tragwerk und der Bodengruppe wurden beseitigt, die Achsaufnahmen erneuert. Gleichzeitig erfolgte ein Neubau aller vier Radkästen. Sodann wurde der Bus neu beblecht, wodurch erstmals der offene Heckeinstieg gut zur Geltung kommt.


Die zweite Stufe der Rekonstruktion soll nun beinhalten: Wiedereinbau des Fußbodens, auf der Plattform als Kiefernholzfußboden mit aufgesetzten Eichenholzstreben, Einbau der Vordertür und der Trennwand zum Fahrerplatz mit Tür, Wiederanfertigung der Sitzkästen über den Radkästen, Abspachteln und Außenlackierung des Busses sowie danach Anbau aller Außenleisten und zum Schluß Verglasen des Busses. Für diese zweite Stufe werden gegenwärtig Angebote eingeholt.
In einer dritten geplanten Stufe soll dann die Innenverkleidung der Seitenwände, der Decke und der Trennwand zur Fahrerkabine erfolgen, es werden alle Sitzgestelle gesandstrahlt und in Braun beschichtet sowie alle Haltestangen wieder eingebaut. Probleme aus heutiger Sicht werden die Sitzpolster bereiten, denn es sind nicht genügend gut erhaltene vorhanden. Hier wird ggf. sogar der Bezugsstoff neu angefertigt werden müssen. Ja, und zum Schluß geht's dann ans Eingemachte.
In einer vierten Stufe soll ein Motor überholt werden und weite Teile der Bremsanlage wie Trommeln, Backen, Haupt- und Radbremszylinder neu eingebaut werden.
Aus diesen vier Baustufen wird ersichtlich, daß an deren Ende ein fast neuwertiger Bus stehen wird. Auch wird die ATB bei dieser Aufarbeitung erstmalig in einen Bereich bis etwa 100.000 Euro vorstoßen.
Nach der ersten Beschreibung dieser Rekonstruktion in der letzten FATB-Info erreichten die ATB schon zwei Anfragen zur Vermietung des Busses für den Herbst dieses Jahres. Wir freuen uns sehr darüber, daß offensichtlich ein großes Interesse an einem solchen Bus besteht. Jedoch haben wir hier einmal die gesamte Planung dieser Aufarbeitung vorgestellt, damit ersichtlich wird, daß ein Termin der Fertigstellung überhaupt noch nicht genannt werden kann. Diese Aufarbeitung übersteigt alles, was die ATB bisher in dieser Richtung unternommen hat.
Freuen Sie sich deshalb einfach mit uns, wenn es vorangeht und daß in Zukunft ein solcher Bus wieder auf den Straßen Berlins fahren wird.


Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1979?

An »50 Jahre BVG«? An kleine runde Aufkleber an den Türen aller BVG-Busse »50 Jahre BVG - Wir gratulieren - MAN«?
Spätestens Ende Mai werden nun wieder alle BVG-Busse solche Aufkleber tragen: »75 Jahre BVG - Wir gratulieren - Traditionsbus Berlin«.



Die BVG wird 75
und das Geschenk der Arbeitsgemeinschaft Traditionsbus zu diesem Jubiläum war der Einsatz von zehn Traditionsbussen am 8. Mai 2004 auf der Buslinie 19 (119).


Und es war wieder ein voller Erfolg! Obwohl als zusätzliches Angebot fahrend, waren diese Busse wieder ständig voll und entführten die Mitreisenden in vergangene Zeiten. Auch die Wiederzulassung der Busse 1957 und 2626 war richtig, diese erste Mitfahrgelegenheit seit vielen Jahren nutzten auch hier erstaunlich viele Fahrgäste.
Große Aufmerksamkeit zog der Bus 2437 auf sich, der eigens zum Jubiläum eine entsprechende Werbung erhalten hat.


Alle Busse fuhren ohne Mängel und so läßt sich sagen, daß die ATB die technische Seite der Fahrzeuge im Griff hat. Auch diesmal wurde wieder eine erhebliche Anzahl von Personalen benötigt, denn auch diesmal waren alle Busse an Bord mit Aufsichts- und Auskunftspersonal besetzt. Hierbei halfen der ATB Mitglieder der Vereine Sammlerkreis Verkehr Berlin e.V. (SVB), Denkmalpflegeverein Nahverkehr Berlin e.V. (Abt. Straßenbahn), Freunde und Förderer des Dt. Technikmuseums Berlin e.V. und natürlich der FATB. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Bitte vergessen Sie nicht unseren nächsten Busabend am Montag, den 7. Juni 2004 ab 18.00 Uhr im Restaurant Split-Grill, Kaiserin-Augusta-Allee 46. Wir laden Sie hierzu recht herzlich ein.