| FATB-Info Liebe Autobusfreunde!
Können Sie sich vorstellen, was diese Schlagzeile der Berliner Morgenpost vom 21. Dezember 2005 für Auswirkungen haben wird? Und vor allen Dingen, für welches traditionsreiche Gelände und dessen Bauten dies das Aus bedeutet? Die Rosenhof-Gruppe aus Schleswig-Holstein, die bundesweit zehn Seniorenwohnanlagen betreibt, hat den gesamten Autobusbetriebshof Zehlendorf, Winfriedstraße (Bf. Z), von der BVG gekauft. Bis 2008 sollen auf diesem Gelände 380 Seniorenwohnappartements entstehen. Bisher kannte man die Rosenhof-Gruppe in Berlin von einer gleichartigen Anlage an der Trabrennbahn Mariendorf. Für den Betriebshof Zehlendorf heißt das: Abriß aller Hallen, die sicher alles andere als baufällig sind. Und für die ATB? Die ATB muß den Hof, auf dem sämtliche ATB-Linienbusse in der Halle abgestellt und gewartet worden sind, räumen. Eine Abstellung der Busse 2100, 2437, 2556 und 1749 zusätzlich in der Wupperstraße führt dort zu erheblichen Platzproblemen, ganz abgesehen von der nötigen Wartung, die nicht nur ebenfalls Platz braucht, sondern außerdem auf einem Betriebshof mit den nötigen Einrichtungen effizienter durchgeführt werden kann. So wird die ATB sich bemühen, wenigstens einen Teil der Linienwagen auf einem anderen Hof unterzubringen. Eines ist jedenfalls schon jetzt klar: Eine Abstellung dieser Busse unter Dach wird es wahrscheinlich nicht mehr geben. Die Kündigung der noch vorhandenen Mieter auf dem Bf. Z, so auch für die ATB, wird wohl noch im März oder April ausgesprochen werden. Um möglichst nah am Einsatzort, der Autobuslinie 218, bleiben zu können, hofft die ATB auf eine Abstellmöglichkeit der genannten Busse auf dem Betriebshof Cicerostraße.
Nächste Traditionsfahrt führt nach Lichtenrade Die diesjährige Traditionsfahrt der ATB mit etwa zehn historischen Bussen wird am Sonnabend, dem 6. Mai 2006, auf der früheren Linie 76 stattfinden. Diese Linie wird heute zum größten Teil durch die M76 bedient, die jedoch hauptsächlich schon am S-Bf. Lichtenrade endet. An diesem Tage werden die Autobusse der ATB in der Zeit von 9 - 19 Uhr auf der Linie 76 unterwegs sein. Im Norden enden die Fahrten am Walther-Schreiber-Platz, im Süden fahren die ATB-Busse wie früher bis zur Endstelle Lichtenrade, Blohmstraße E. Wünsdorfer Straße. Auch wird es an diesem Tage E-Kurse zu den Endstellen Mariendorf Rennbahn, U-Bf. Alt-Mariendorf und Lichtenrade, Bahnhofstraße E. Briesingstraße geben. Lediglich die früheren Stichfahrten der Linie 76E5 über die John-Locke-Straße können nicht durchgeführt werden.
Am 25. Mai 2005 übernahm die ATB den Bus 1331 (Büssing D2U 58) aus Hamburg. 1331 wurde nach seiner Abstellung bei der BVG zusammen mit dem Bus 1336 im Dezember 1974 an das Hamburger Theater für Kinder verkauft, wo beide als Zubringerbusse (1331 mit dem Kennzeichen HH-UD 401) fungierten. Sie wurden im August 1978 durch die ebenfalls von der BVG gekauften DE-Busse 1756 und 1758 ausgetauscht. Während sich nach dem Theater für Kinder die Spur des Busses 1336 bis heute verliert, wurde 1331 in Hamburg an den Gastwirt Günther Ehlers weiterverkauft, der ihn als Campingbus und Werbewagen für seine Gaststätte mit demselben Kennzeichen weiterverwendete. Aus dem Campingbus wurde bei Ehlers mit der Zeit dann ein regelrechtes fahrendes Einfamilienhaus, mit Paneelen an den Wänden, mit Kneipe, Couch und Vollbad.
Fotos (4): Ralf Putzke, 08.06.1987
1996 erfolgte ein Weiterverkauf an einen Privatmann in Hamburg-Harburg. Der Bus verlor seine Zulassung und wurde in der Folge nur noch als Lagerraum ohne Straßenzulassung verwendet. Es hat bis zum Verkauf an die ATB noch einen weiteren Besitzer, den Privatmann Wunner aus Hamburg, gegeben. Er hat dann aus 1331 sämtliche Einbauten, bis auf das Gerippe, entfernt. An Auf- und Unterbau zeigten sich anschließend erhebliche Rostschäden, die eine geplante Restaurierung unmöglich machten. Ende 2004 wurde der Wagen daraufhin der ATB angeboten. Das THW Hamburg-Bergedorf zerrte den seit etlichen Jahren im Wald stehenden Bus zur Straße, im Mai 2005 wurde 1331 im Auftrag der ATB durch eine Abschleppfirma nach Berlin auf das ATB-Außengelände in Fahrland geschleppt. Der Kauf dieses Busses durch die ATB erfolgte ausnahmsweise ungesehen. Um so größer war die Überraschung bei der ersten Besichtigung in Fahrland, als beim Blick an den Fahrerplatz ein Schaltknüppel auftauchte. 1331, in Berlin zeitlebens ein »Diwa« (so nannte die BVG die D2U mit Automatikgetriebe), hat in Hamburg zu einem unbekannten Zeitpunkt ein originales Büssing-5-GSN-Handschaltgetriebe erhalten. Trotz der Nachforschungen der ATB ist bisher nicht bekannt, wann der Umbau erfolgte und vor allem, woher dieses Getriebe stammt. Der einzige Schalt-D2U, der in der Nähe von Hamburg existierte, war der Bus 1138 in Rotenburg/Wümme, der allerdings etwa 1983 verschrottet wurde. Der Aufbau von 1331 ist nur noch als schrottreif, da erheblich durchgerostet, anzusehen. Außerdem ist der Bus innen leer. Die ATB hat ihn ohnehin nur als technischen Teilespender erworben, da der U10-Motor in den Neunzigern noch überholt worden sein soll. Über das überraschend hinzugewonnene Schaltgetriebe ist man in der ATB glücklich, es könnte entweder als Ersatzgetriebe für den ATB-Bus 1126 dienen oder für den geplanten Wiederaufbau des E2U-Eindeckers 610.
Der D2U-Bus 1623 unseres Fördervereinmitgliedes Günter Schlink wurde am 16. Januar 2005 verkauft. Käufer ist Dominic Hoffman aus Berlin, und somit kehrte ein weiterer D2U-Bus in seine Heimat zurück. Der Bus ist nun zugelassen auf das Kennzeichen B-DS 3988H und in den Hallen des Betriebshofes Usedomer Straße untergestellt. Er wird zur Zeit restauriert, die Scheiben im Unterdeck sind ausgebaut und die Karosserie wird zur Zeit entrostet.
|
||||||